Ausstellung zum Stift Wallenstein im Vonderau Museum Fulda
2009 jährte sich zum 250. Mal die Errichtung des freiadligen Damenstifts Wallenstein, das als evangelische Institution von 1832 bis 1992 im Palais Buseck in unmittelbarer Nachbarschaft des Fuldaer Doms wirkte und das unter anderem Papst Johannes Paul II. 1980 besuchte.
Anlass genug, um die Geschichte des Stifts als überregional bedeutsame Institution im Vonderau Museum in Fulda zu beleuchten. An der Spitze des Stifts stand eine frei gewählte Äbtissin. Unverheiratete adelige, lutherische und reformierte Frauen aus ganz Deutschland konnten hier ohne männliche Bevormundung eine adelig-protestantische Lebensform pflegen. Die kulturhistorische Ausstellung erzählt Geschichten von Freiheitsräumen und Freiheitsträumen in vier Sektionen, die sich mit der äußeren und inneren Geschichte des Damenstifts, der dort heimischen Salon-Kultur und der Religion beschäftigen. Das wichtigste kulturhistorische Dokument des Stifts ist das "Rothe Buch", das der Schriftsteller Heinrich Koenig am 2. März 1848 als Abschiedsgeschenk im Damenstift erhielt und das die kritische, bürgerliche "Elite" Fuldas im kurzfristig freiheitstrunkenen Revolutionsjahr 1848 versammelte. "Freiheits(t)räume. Das Stift Wallenstein von 1759 bis 1992." Sonderausstellung vom 11. Februar bis 11. April 2010, Di-So 10-17 Uhr, Eintritt: 1,- €, Vonderau Museum, Jesuitenplatz 2, 36037 Fulda, Tel. 0661-9283510, http://www.museum-fulda.de , museum(@)fulda.de